Wenn der Sommer langsam leiser wird und die Blätter ihre Farbe wechseln, beginnt für mich die schönste Zeit des Jahres. Ich liebe den Herbst – seine warmen Farben, die Fülle aus Garten und Küche und diese besondere Stimmung, die zum Zusammensitzen und Geniessen einlädt.

Mitte September war es wieder so weit: Zusammen mit sieben Freundinnen begrüsste ich meine Lieblingsjahreszeit mit einem festlichen Herbstmenü im Garten. Es wurde dekoriert, gebacken, gekocht, gelacht und natürlich ausgiebig genossen. Dabei hatte ich tatkräftige Unterstützung: Regula hatte einzelne Speisen übernommen.
Besonders viel Zeit investierte ich mit grosser Freude in die herbstliche Dekoration.

Das Velohüsli erstrahlte in Herbstfarben.

Auch der Eingangsbereich bekam einen herbstlichen Touch – schliesslich sollen sich meine Gäste vom ersten Moment an willkommen fühlen.

Trotz anhaltender Trockenheit blühen Blumen.

Zwei Tage zuvor buk ich eine „Bündner Marroni-Torte“ – ein frei nach der Bündner Nusstorte abgewandeltes Rezept. Der Teig entspricht demjenigen des Bündner Vorbilds. Die Füllung setzt sich aus einem Kilogramm gefrorenen Marroni, die ich mit Rohrzucker karamellisierte, sowie Rahm und einem Block Vermicelle-Masse zusammen.

Der Marroni-Cake gehört bei uns traditionell zum Herbst. Rezept

Zudem buk ich eine grosse Menge Cantuccini, die ich zu den Zimtzwetschgen reichte. Jeder Gast durfte ausserdem eine kleine Tüte als süssen Herbstgruss mit nach Hause nehmen.

Es reichte auch für die Nachbarn und in den nächsten Tagen werde ich weiteren lieben Menschen einen solchen Herbstgruss überreichen.

Nun brauchte es im Garten weitere Aktivitäten: Ich räumte den Garten etwas auf.

Der Regen hatte den Schwimmteich etwas aufgefüllt.

Auf den alten Eisentisch legte ich ein herbstliches Tischtuch und dekorierte ihn mit Kürbissen und einer Blättergirlande.

Die Farbtöne erinnern an wärmendes Feuer.

Herbstliche Girlanden hiessen meine Gäste willkommen.

Die Platten mit dem Aperitif waren rasch leergeputzt.

Besonders beliebt sind immer Marians Schinkengipfeli.
Dazu gab es Bellini, einen meiner Lieblingsdrinks: pürierte Weinberg-Pfirsiche mit Pfirsichlikör und Prosecco. Natürlich gab es ihn sowohl mit als auch ohne Alkohol.
Der Bellini wurde 1948 von Giuseppe Cipriani entwickelt. Cipriani führte Harry’s Bar in Venedig, einen Lieblingsort von Ernest Hemingway, Sinclair Lewis und Orson Welles.

Nach dem Aperitif folgte eine Kürbissuppe mit Speck und gerösteten Kichererbsen, garniert mit einer knusprigen Blätterteigstange.
Die Kürbisschalen hatte ich am Tag zuvor beim Einkaufen entdeckt – und schon war die Idee für die hübsche Präsentation geboren.

Der Hauptgang bestand aus Pilzhackbraten mit Pilzsauce, Rosmarinkartoffeln und Zucchinigratin. Regula hatte diesen einmal mit Ziegenkäse und einmal mit Kuhkäse zubereitet – so war für jeden Geschmack etwas dabei.

Am Dessert-Buffet konnte man wählen: Zimtzwetschgen mit Vanilleeis und Cantuccini, Marroni-Cake und Marroni-Torte. Selbstverständlich durfte zum Abschluss ein guter Kaffee nicht fehlen.

Doch das Beste an diesem Abend war nicht das Menü, nicht die Dekoration und auch nicht der Prosecco: Es waren meine Gäste!
Am frühen Abend schützte man sich noch mit einem Schirm gegen die Sonne.

Was ich nicht nur an Weihnachten liebe: den Morgen danach.
Beim Blick aus dem Fenster liess ich den Abend nochmals Revue passieren und fühlte mich einfach still vor mich hin glücklich.

Und so blieb am Ende nicht nur der Geschmack von Marroni, Kürbis und Zimt zurück, sondern vor allem das schöne Gefühl, einen Herbstabend mit lieben Menschen geteilt zu haben.
Persönliches Glück erreicht man leichter durch gemeinsames Glück.
Helmut Glassl
Dank
Ich danke Regula für den grossen Anteil am Gelingen des Abends und Marian für die Schinkengipfeli. Beiden bin ich für ihre Heinzelfrauenarbeit in der Küche besonders dankbar. Irgendwie merkte ich während des Abends gar nicht, dass sie laufend Ordnung schafften und mir damit den Rücken freihielten. Umso dankbarer war ich am anderen Morgen. 🙂
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