Porrentruy – Pruntrut

2025 war mein Jura-Jahr. Ich besuchte Porrentruy, Saint-Ursanne und im Herbst die Region um Morges.

Erste Station war Porrentruy, auf Deutsch Pruntrut.

Meine Erste Reise nach Porrentruy unternahm ich mit Regina mit einer Tageskarte der SBB.
Wir fuhren nach Porrentruy, nach Saint-Ursanne und über Biel wieder zurück – das geht wunderbar in einem Tag. In Porrentruy absolvierten wir den unterhaltsamen und informativen Rundgang “Circuit Secret”.

Meine zweite Reise, etwas später, unternahm ich mit meiner Tochter und meinem Hund – und wir blieben zwei Tage. Wir machten begeistert den Circuit Secret in Saint-Ursanne. Dazu mehr in einem nächsten Blogbeitrag.

Porrentruy liegt im Jahr 1979 gegründeten Kanton Jura, im Westen von Basel, nahe der Grenze zu Frankreich.

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Tschubby

https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Tschubby

Der Bezirk Porrentruy gehört zur Region Ajoie. Die ehemalige Bischofsstadt mit rund 6’500 Einwohnern ist heute kulturelles und administratives Zentrum der Ajoie, mit schöner Altstadt, Schloss und Museen.

Wir entdeckten die Stadt mit einem Circuit Secret, also mit einem beim Tourismusbüro an der Rue du 23-Juin 20 gegen Entgelt bezogenen Schlüssel und einem Plan. Der Stadtrundgang verläuft abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten mit dem Ziel, versteckte, authentische und oft unbekannte Seiten der Stadt zu entdecken.

Die ehemalige Rue du Marché und die Grand’Rue waren die Hauptschlagader von Porrentruy. “Heute ist dort nicht mehr viel los. Es wird vor allem ausserhalb der Altstadt eingekauft. Einkaufszentren Esplanade und Coop”, erklärt ein Ajoie-Kenner.

Die erste Station befindet sich in der Burganlage.

Wir suchten uns den Weg durch Gänge und Treppenhäuser.

 

Im Südgang des Schlosses konnten wir miterleben, wie sich die Bewohner von Porrentruy im 17. Jahrhundert beschäftigten.

In der Roggenbach-Kapelle kann man sich einen Film anschauen, der einen Überblick über die Geschichte des Schlosses gibt. Zahlreiche Publikationen zum damaligen Leben liegen auf.

Mir gefiel besonders das imposante Burgmodell.

Überall findet man Informationstafeln, die in bildhafter Sprache das Leben auf dem Schloss beschreiben.

Die ehemalige Residenz der Fürstbischöfe von Basel dient heute primär als Verwaltungssitz. Sie beherbergt die Gerichtsbehörden des Kantons Jura.

Der 44 Meter hohe Réfous-Turm aus dem 13. Jahrhundert diente früher als Gefängnis. 

Der runde Hahnenturm an der südöstlichen Ecke stammt aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Er trägt ein Wappen mit dem roten Bischofsstab und dem Hahn der Familie Blarer von Wartensee.

Bei archäologischen Ausgrabungen fand man rund hundert Steinkugeln, mit denen das Trebuchet beladen wurde.

Es herrschten raue Sitten unter den Fürstbischöfen. Von 1528 bis 1792 regierten im Jura die Fürstbischöfe von Basel. Die Stimmung zwischen dem amtierenden
Fürstbischof und den Stadtbehörden war jedoch nicht immer gut. 1728 gab
der Fürstbischof, der die alleinige Macht besass, eine Verordnung heraus,
die seine Rechte und die Pflichten der Bewohner klarstellte. Diese Verordnung brachte das Fass zum Überlaufen, und die Bevölkerung startete unter der Führung von Pierre Péquignat eine Revolte. Nach mehreren Jahren der Unruhen wurden die Anführer verhaftet und zur Enthauptung vor dem Rathaus verurteilt.


Rund um das Schloss werden Besucher ideenreich informiert, und man findet auch idyllische Plätze.

Mit dem Secret-Circuit-Schlüssel kommt man auch in eine enge Gasse. Laut mündlicher Überlieferung lebten in den Gassen Schweine, die
von den Bewohnern aus den Fenstern geworfenen Essensreste frassen. Da
Schweine niemals rückwärts gehen, mussten die Gassen breit genug sein,
damit sich die Tiere umdrehen konnten.

Auch hier kommt man mit dem Geheimschlüssel ins Haus.

Brunnen gehören zum Stadtbild.

Und der Brückenheilige Nepomuk mit seinem Sternenkranz darf auch nicht fehlen.

Solche Häuser sind für mich typisch für den Jura.

Hier finden sich viele bodenständige “Beizen”. Im Jura wurde schon immer gern getrunken, man denke nur an die Geschichte des Absinths.

Jurassier sind aufgrund der Geschichte ihres Kantons wahrscheinlich patriotischer als beispielsweise Zürcher.

Sehenswert ist der Botanische Garten.
Vor 150 Millionen Jahren waren Pruntrut und seine Umgebung ein Paradies
für Dinosaurier. Es gibt ein Museum, das aber zurzeit geschlossen ist.

Mit offenen Augen entdeckt man allerhand Erstaunliches.

Und viele schöne Ecken.

Mit der Jurabahn fuhren wir nach Saint Ursanne – und schliesslich über Biel Richtung Zürich.

 

Doch zuvor bekamen wir ein Abschiedskonzert. 🙂

Mein Vorsatz für 2026: Mein Leben gleicht Tag für Tag einer wunderschönen Perlenkette. Dieses Jahr will ich jeden Monat mindestens einen Klunker – ein besonderes Erlebnis – einbauen.  Vielleicht machst auch Du einen Tagesausflug in den Jura – ein toller Klunker.
Teilst Du Deine Ideen für Klunker mit uns allen?

Ein Tag Leben ist wertvoller als ein Berg Gold.

Yoshida Kenkō

Informationen
Circuit Secret Porrentruy
Jura Tourisme Porrentruy et Ajoie
Als ich ein paar Wochen mit meiner Tochter und unserem Hund Porrentruy besuchte, übernachteten wir in einem wunderschönen B&B bei Odile, unserer faszinierenden Gastgeberin, mit traumhaftem Garten – mitten in Porrentruy. Odile Minger 032 467 17 40

Klunker von Leserinnen und Leser

Übernachten: La petite Gilberte

 

  • Hier ein weiterer Klunker einer Blogfreundin: Eine Führung durch den Zytgloggenturm in Bern ist sehr empfehlenswert!
  • Ich mache das ähnlich, doch einfach dann, wenn  ich gerade Lust habe.
    War spontan einige Male zum Keramik bemalen gegangen. Einfach total meditativ. Oder aber einen Tageskurs besucht wo selbstgemachte Karten mit Stempeln mein Herz erfreute. Ein besonderes Erlebnis morgens mit der Kamera in den Wald gehen…..unglaublich was das Auge plötzlich erblickt! All unsere wunderschönen Altstädte in der Schweiz besichtigen…ganz bewusst…
    Usw….es gibt so viel Wunderschönes.
  • Monte Bre, Übernachten Salotto Brè B&B

Musik
Anlässlich eines Konzertes entdeckte ich die Komponistin Emilie Mayer. Heute würde man sie emanzipiert nennen. Sie hatte keine Kinder, heiratete nie und nannte sich voller Stolz «Berufskomponistin». Keine Komponistin des 19. Jahrhunderts hinterliess ein so vielfältiges Oeuvre wie Emilie Mayer. Zu Lebzeiten war sie in ganz Europa berühmt, heute ist sie fast vergessen.
Die vergessene Komponistin – Leben und Werk.

Emilie Mayer, 1. Sinfonie
Klavierkonzert B-Dur
Tänze für Klavier
Notturno

Weitere Blogartikel aus dem Jura
Musikautomaten aus dem Jura
Uhrmacher im Jura
Auf den Spuren des Absinths

Buchtipp

Ein Ausflug nach Porrentruy – Porrentruy im Spiegel alter Postkarten von Peter Meier-Schobinger

Alte Postkarten sind Zeugen der Zeit. Die in diesem Buch präsentierten Perlen zeigen, wie Porrentruy in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts aussah, und spiegeln auch das soziale und kulturelle Leben jener Zeit wider.

 

 

Zurück

Jahreswechsel

  1. Susanne Baer

    Dankevielmal, liebe Regula!
    Das war ein interessanter Klunker! Ich habe ihn gerne gelesen! Von den vielen wunderschönen Fotos hat mir jenes mit dem Hahnenturm besonders gut gefallen!
    Mein Klunkervorschlag:
    Altstadt und Schloss Lenzburg (historisches) vielleicht kombiniert mit Aarau (Altstadt und Kunsthaus, im Frühling „Blumen für die Kunst“).

    • Regula Zellweger

      Liebe Susanne

      Eine super Idee, das werde ich in den nächsten Wochen machen.
      Wer kommt mit?

      Besonders schön fände ich, wenn Du, liebe Susanne, mir (uns) Lenzburg und Aarau zeigen könntest – es ist ja Deine alte Heimat. Ich hole Dich zuhause ab und wir fahren gemeinsam.

      Danke, ich freue mich immer über Deine Kommentare.

      Übrigens: Susanne ist eine äusserst vielseitige Künstlerin, über die ich als Journalistin schon mehrmals geschrieben habe. Besucht doch ihre Webseite: https://www.susannebaer.ch/

      Herzlich
      Regula

  2. Peter

    Wunderschön

  3. Carmen

    Liebe Regula

    Danke für dieses “Bling Bling”! Und das Erinnern, dass der Jura auch in einem Tag machbar ist. Werde ich mir merken und wenn das Wetter einladender ist, umsetzen.

    • Regula Zellweger

      Danke, liebe Carmen
      Dein Kommentar freut mich – denn genau dies ist die Absicht, die hinter meinem Bloggen steckt: Andere für etwas begeistern können, Ideen vermitteln, die das Leben noch schöner machen.
      Herzlich
      Regula

  4. Adrian Spiegel

    Diesen Teil des Kt. Juras werde wir uns auch noch zu Gemüte führen.
    Übrigens als der Kt. Jura entstand, war ich verantwortlicher Layouter und Grafiker der Zeitschrift “schweizer Jugend” und zu diesem Anlass gestalteten wir eine Sondernummer, Redaktor was damals Peter Jaeggi.

  5. Ritanna

    Absolut super ! Mein Vorschlag: Einen Tag Bern.

Schreibe einen Kommentar zu Regula Zellweger Antworten abbrechen

© Regula Zellweger | Alt werden kann ich später | Datenschutzerklärung| Impressum

Contact Us

Neue Beiträge abonnieren

Hier registrieren, um automatisch benachrichtigt zu werden.